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von Rachel Spirig, Tobi Widmer und Christian Franzoso
Dienstag, 16. Oktober 2012, 19:20 Uhr
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Karl Lagerfeld provoziert
Magerwahn in der Modewelt – das ist für Karl Lagerfeld kein Thema, wie er jetzt einmal mehr bewiesen hat. Der deutsche Modedesigner sorgte mit einer Aussage, die er dem britischen TV-Sender Channel 4 gegeben hat, für viel Kopfschütteln: «Es gibt weniger als ein Prozent magersüchtige Mädchen, aber es gibt in Frankreich über 30 Prozent Mädchen mit starkem Übergewicht. Und das ist viel gefährlicher und sehr schlecht für die Gesundheit.»
«Übergewicht ist schlimmer als Magersucht» – ein Statement, das Leonie schockiert. Die 20-jährige Zürcherin war magersüchtig und hat in ihrer Autobiografie «Federleicht» ihren Kampf gegen die Krankheit niedergeschrieben. «Die Magersucht war sehr schlimm, weil sie mein ganzes Leben beinflusst hat. Sie hat meine Familie streckenweise zerstört. Ich habe meine Freunde verloren und ich konnte keine Ausbildung machen», erzählt die Buchautorin gegenüber glanz & gloria. «Durch die Magersucht bin ich depressiv geworden und habe körperliche Schäden davongetragen.»
Man muss klar unterscheiden – sehr schlank ist nicht gleich magersüchtig. Das sagt Gerald Tippelmann, Redaktionsleiter der SRF-Gesundheitssendung «Puls». Für eine Magersucht seien psychische Faktoren ausschlaggebend und nicht alleine das Nacheifern eines Schönheitsideals. «Wenn jemand wie Karl Lagerfeld sich so äussert, glauben die jungen Mädchen, das sei etwas Gutes und sie orientieren sich daran.»
Karl Lagerfeld äussert sich immer wieder abfällig über «dicke» Menschen – dabei konnte er sich vor ein paar Jahren noch selbst dazu zählen.
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So kennen wir ihn, den Grandseigneur de la Mode: den am 10. September 1933 geborenen Karl Lagerfeld, ursprünglich Karl Otto Lagerfeldt. Lange Zeit verleugnete der Designer übrigens sein wahres Alter: Er machte sich fünf Jahre jünger. Keystone