zum Inhalt
zu weiteren Inhalten
zur Hauptrubrikenauswahl
zur Unterrubrikenauswahl
Montag, 17. September 2012, 16:43 Uhr
König Harald mit seinen Schwestern Ragnhild und Astrid sowie Ehefrau Sonja (v.l.n.r.) an einer Konferenz im Jahr 2005. Reuters
Mit Bestürzung hat König Harald die Nachricht vom Tod seiner Schwester zur Kenntnis genommen. In ihrer Wahlheimat Brasilien ging Ragnhildes Leben zu Ende. Ein aussergewöhnliches Leben. 1930 kam Ragnhilde als erstes Königsbaby seit dem Mittelalter auf norwegischem Boden auf die Welt. Sie war das Älteste von drei Kindern. Schwester Astrid und Bruder Harald folgten später.
Weil Frauen zu jener Zeit noch gar nicht auf den Königsstuhl durften, war Ragnhild nie Anwärterin auf die Krone. Vielleicht hätte sie eine Anwartschaft ohnehin nur gehemmt. Mit 23 Jahren heiratete sie mit Erling Lorentzen einen Leibwächter des Königshauses. Damit war Ragnhild wahrscheinlich die erste Prinzessin in ganz Europa, die einen Nicht-Adligen zum Mann nahm. Doch damit nicht genug.
um den Player anzeigen zu können benötigen Sie JavaScript und einen Flash-Player der Version 9 oder aktueller
König Haralds Schwester Ragnhild (unkomm.)
Die Frischvermählten verliessen ihre Heimat bald Richtung Brasilien. Dort brachte Ragnhild drei Kinder zur Welt. Während ihr Mann Erling sich im Schiffswesen betätigte, gab sie die Hausfrau. Daneben kümmerte sie sich um die Armen Brasiliens. Ragnhild führte einen Wohltätigkeitsfonds für Strassenkinder in Rio.
Mit ihrem Vater Olav verband sie eine ganz enge Beziehung. Jede Woche schrieben sie einander. Nach Olavs Tod 1991 verbrannte sie alle Briefe, damit sie niemand zu lesen bekam. Wenn ihr Dinge gegen den Strich gingen, scheute Ragnhild den Gang vor die Medien jedoch nicht. So sprach sie sich öffentlich gegen die Heirat ihres Neffen Haakon mit Mette-Marit aus. Auch war sie pointiert gegen die Trauung von Nichte Märtha. Wahrlich: Mit Ragnhild geht Norwegen eine eigenwillige Adlige verloren. (evn/nuem)