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Jennifer Hudson vergibt dem Mörder ihrer Familie

Dienstag, 11. September 2012, 14:53 Uhr

Oscar-Preisträgerin Jennifer Hudson hat sich seit der Verurteilung des Mörders ihrer Mutter, ihres Bruders und ihres Neffen nun erstmals zu Wort gemeldet – und erklärt, dem 31-Jährigen seine Tat verziehen zu haben.

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Jennifer Hudson war am Montag Gast in Oprah Winfreys Talkshow «Oprah's Next Chapter». Dort erklärte die 30-jährige Schauspielerin in Bezug auf den Mann, der ihre Familie auf dem Gewissen hat: «Ich habe das Gefühl, dass es grösstenteils nicht seine Schuld ist. Er wurde so aufgezogen.»

Jennifer Hudson

Jennifer Hudson hat ihre Mutter, ihren Bruder und ihren Neffen verloren – dem Mörder möchte sie dennoch verzeihen. Reuters

Obwohl William Balfour der Ehemann von Hudsons Schwester Julia und somit einst Teil der Familie war, gesteht die Schauspielerin, ihn kaum gekannt zu haben. «Viele Dinge, die wir nicht über ihn wussten, kamen ans Tageslicht. Beispielsweise auch was seine Erziehung anging. Er hatte nie eine Chance im Leben. Wenn er die Liebe, die uns unsere Mutter gab, erfahren oder einen anderen Hintergrund gehabt hätte, dann hätte er eine Chance gehabt.»

Ich habe das Gefühl, dass es grösstenteils nicht seine Schuld ist
Jennifer Hudson

Seit der Beerdigung ihrer Mutter Darnell, ihres Bruders Jason und ihres damals siebenjährigen Neffen Julian – dem Sohn ihrer Schwester – war Jennifer Hudson nicht mehr am Grab ihrer Liebsten. Nun möchte sie diese jedoch endlich wieder besuchen. «Jetzt will ich hin, weil ich das Gefühl habe, dass wir etwas erreicht haben», so die Schauspielerin. «Wir haben es geschafft. Wir haben für Gerechtigkeit gesorgt. Ich hätte nicht mit leeren Händen zurückkehren können. Jetzt, da für Gerechtigkeit gesorgt wurde, habe ich das Gefühl, es verdient zu haben, sie zu besuchen.»

Meine Gefühle waren total durcheinander
Jennifer Hudson

Richtig zu trauern, fiel der 30-Jährigen zunächst schwer, als sie im Herbst 2008 die Morde an gleich drei Familienmitgliedern verkraften musste. «Es waren so viele Schocks zugleich», erläutert sie dazu. «Um wen hätte ich zuerst trauern sollen? Mit wem sollte ich anfangen? Das ging nur stückchenweise. Es war zu viel. Das war verwirrend. Meine Gefühle waren total durcheinander.» (bang/blan)

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Das Familien-Drama der Hudsons

   

Jennifer Hudsons 57 Jahre alte Mutter Darnell war 2008 als erste von ihrem Schwiegersohn in ihrem Haus erschossen worden. Unmittelbar danach hatte der Täter ihrem Sohn, Hudsons Bruder Jason (29), mit einer Pistole vom Kaliber 45 zweimal in den Kopf geschossen. Der kleine Julian, ein Kind aus einer anderen Beziehung von Jennifer Hudsons Schwester Julia, war zunächst entführt worden. Die Leiche des Siebenjährigen war drei Tage später in einem abgestellten Auto entdeckt worden – mit zahlreichen Schusswunden. Seine Mutter – Balfours Frau – war an dem Tag nicht zu Hause und entging den tödlichen Schüssen ebenso wie auch die Oscar-Preisträgerin selbst. Als die Morde begangen wurden, lebte Balfour bereits seit längerem von seiner Frau getrennt. Motiv für die Tat soll Eifersucht auf einen neuen Freund der Ex-Frau gewesen sein. Balfour wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.

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