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Freitag, 7. September 2012, 13:39 Uhr
Penthesilea, Klytämnestra oder auch die Iphigenie: Maria Becker spielte sie fast alle – die grossen Rollen des klassischen und modernen Theaters. Und jeder Rolle gab sie ihre persönliche Note. Mit Maria Becker ist eine der ganz Grossen des deutschsprachigen Nachkriegs-Theaters gestorben.
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Maria Becker avancierte in der Nachkriegszeit zum Theater-Star und spielte in ihrer Karriere fast alle grossen Rollen des klassischen und modernen Theaters. 1976 glänzte sie zum Beispiel in Scribes Lustspiel «Das Glas Wasser». Keystone
Maria Becker wurde am 28. Januar 1920 in Berlin als Tochter des Schauspieler-Ehepaares Maria Fein und Theodor Becker geboren. Nach ihrer Ausbildung am renommierten Max Reinhardt-Seminar in Wien kam sie als 18-Jährige nach Zürich und wurde am Zürcher Schauspielhaus engagiert. «Ich habe gedacht, hier bleibe ich ein Jahr. Keinen Tag länger», sagte sie einst in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen.
Doch Zürich sollte bis an ihr Lebensende ihre Heimat bleiben. Als Johanna in Schillers «Jungfrau von Orléans» gelang Maria Becker 19-jährig der grosse Durchbruch. Schon nach kurzer Zeit spielte sie verschiedene Hauptrollen am Schauspielhaus.
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Schauspielerin Maria Becker ist tot
Die gebürtige Berlinerin verkörperte die Penthesilea von Kleist. Dann in Elektra die Klytämnestra. Immer wieder die Iphigenie von Goethe. Und die Elisabeth in Maria Stuart.
Das Theater war ihr Leben. 1956 gründete Maria Becker mit Will Quadflieg und Robert Freytag – mit dem sie 22 Jahre lang verheiratet war – die Schauspieltruppe Zürich. Einer der grossen Erfolge des Ensembles: Das Stück Maria Stuart.
Ab Mitte der 1960er-Jahre nahm Maria Becker auch Engagements an den grossen deutschsprachigen Bühnen an. So brillierte sie im Laufe der Zeit als «Die amerikanische Päpstin» von Vilar und als «alte Dame» von Friedrich Dürrenmatt.
Neben dem Theater galt ihre Liebe bis zuletzt ihrer Familie. 1945 heiratete sie den österreichisch-schweizerischen Schauspieler Robert Freitag. 21 Jahre später liess sie sich allerdings wieder von ihm scheiden. Mit ihm hatte sie drei Söhne: Christoph, Oliver Tobias und Benedict.
Ich habe mir viel von meinen Eltern abschauen könnenBenedict Freitag über seine Mutter Maria Becker und seinen Vater Robert Freitag
Mit letzterem verband Maria Becker auch die Liebe zum Theater. «Wir verstehen uns beruflich sehr gut. Wir haben viel zusammengearbeitet. Ich habe mir viel von meinen Eltern abschauen können. Und es ist mir eine grosse Ehre, wenn ihnen das gefällt, was ich mache», sagte Benedict Freitag einst zu glanz & gloria.
Und das tut es mit Sicherheit. Schliesslich erbte er unter anderem das Talent von der Grande Dame des Schweizer Theaters. Maria Becker schaffte es zeitlebens – wie keine andere – die Menschen ins Theater zu locken. Unvergessen dabei, ihre gewinnende Art – auf und neben der Bühne. (macn)