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Mittwoch, 8. August 2012, 10:14 Uhr
«Sie hat öfters von Selbstmord gesprochen, aber ich habe ihr nicht geglaubt», sagt die Wirtin der Münchner Stammbeiz, die Silvia Seidel fast täglich besuchte, gegenüber der Zeitschrift «Bunte».
Silvia Seidel – der Liebling der Teenager der 1980er-Jahre. Keystone
Dabei erfuhr die Beiz-Besitzerin so einiges über Silvia Seidel. Zum Beispiel, dass ihre Beziehung mit dem deutsch-irischen Schriftsteller Patrick McGinley (35) vor kurzer Zeit in die Brüche gegangen ist. «Als sie Depressionen bekommen hat, hat er sie verlassen», so die Wirtin. Und die «Bild» will wissen: Erst vor drei Wochen hat McGinley sie verlassen und ist nach Australien gereist.
Das könnte das Fass zum Überlaufen gebracht haben: Am Samstag wurde Silvia Seidel tot in ihrer kleinen Wohnung im Münchener Gärtnerplatz-Viertel gefunden. Gemäss Informationen der «Bild» starb sie an einer Überdosis Tabletten.
Doch schon vor der Trennung von ihrem Partner gab es für die Schauspielerin nur wenig zu lachen. In ihrer Stammbeiz soll sich oft traurig und mit Tränen in den Augen gesehen worden sein. Ihren Kummer habe sie dann oft im Alkohol ertränkt.
Doch was bedrückte Silvia Seidel so sehr, deren Schauspiel-Karriere mit der Titelrolle in der ZDF-Weihnachtsserie «Anna» so vielversprechend begonnen hat? Einerseits sollen die 42-Jährige zuletzt auch Geldnöte geplagt haben: Grosse Engagements als Schauspielerin blieben aus. Und wenn sie auf der Bühne stand, dann brachte das nicht das grosse Geld: «Ich toure im stickigen Bus oder in der Regionalbahn durch die Provinz zu Auftritten, um meine Miete zu bezahlen», sagte sie vor einiger Zeit der «Bild»-Zeitung.
Als ich Mama verloren habe, bekam ich Angst vor dem LebenSilvia Seidel
Seidel habe in letzter Zeit nur noch von ihrer immer knapper werdenden Lebensversicherung gelebt. Die Angst zum Sozialfall zu werden, habe sie stets geplagt, weiss die Münchner Wirtin.
Aber auch über den Freitod ihrer geliebten Mutter vor 20 Jahren sei Seidel nie hinweg gekommen. Darüber sprach die «Anna»-Darstellerin ganz offen. Einst sagte sie in einem Interview: «Als ich Mama verloren habe, bekam ich Angst vor dem Leben.» (balk)