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Erster Todestag von Amy Winehouse

Montag, 23. Juli 2012, 8:56 Uhr

Amy Winehouse war eines der grössten Talente, das die Musikszene in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat. Genau vor einem Jahr, am 23. Juli, starb die Soul-Diva an einer Alkoholvergiftung.

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Amy Winehouse

Ist vor einem Jahr gestorben: Amy Winehouse. Keystone

Drei Jahre lang schon habe seine Tochter keine Drogen mehr genommen, sagt Amy Winehouses Vater Mitch. «Drei Jahre», wiederholt er immer wieder, «drei Jahre!». So, als wolle er den Verlust, den seine Familie am 23. Juli 2011 Jahr erlitten hat, einfach nicht wahrhaben.

Amy Winehouse gehört zum «Club 27»

Amy Winehouse, das wohl grösste Talent der modernen Musik seit Langem, starb damals nach einem Wodka-Gelage an einer schweren Alkoholvergiftung. 4,16 Promille stellten die Gerichtsmediziner in ihrem Blut fest. Sie wurde nur 27 Jahre alt. Die Medien sortierten sie sofort in den «Club 27». Auch Musiklegenden wie Jimi Hendrix, Kurt Cobain, Jim Morrison oder Janis Joplin starben mit 27 Jahren – meist nach erheblichen Drogenproblemen. «Das ist doch alles Müll», sagt Mitch Winehouse zu solchen Mythen. «Was soll das für ein Club sein?», fragt er fast wütend.

Zu seiner Tochter Amy Winehouse würde es gar nicht passen, sich in irgendeinen Club einzureihen – sie war schon als Kind ein aussergewöhnlicher Mensch, jenseits der Konventionen. «Im Alter von einem Jahr lernte sie laufen. Dann begann sie etwas schwierig zu werden», schreibt Mitch Winehouse in seinem jüngst erschienenen Buch, mit dem er für seine neugegründete Stiftung mindestens vier Millionen Euro für Benachteiligte eintreiben will.

Amy Winehouse: der kurze Ruhm eines grossen Talents

Amy wollte immer ihren Willen durchsetzen, trug schon als junges Schulmädchen Piercings und Tattoos, hatte Probleme mit Lehrern – und liebte die Musik. Als Teenager trat sie schon in kleinen Londoner Clubs auf, mit 18 Jahren kam der erste Plattenvertrag, im Jahr 2003 dann bereits das erste Album: «Frank» bracht ihr gleich dreimal Platin und eine Nominierung für die Brit Awards ein. 2006 folgte dann mit dem Album «Back to Black» der endgültige Durchbruch. Zwei Jahre später wird sie mit fünf Grammys ausgezeichnet, unter anderem für ihren Hit «Rehab».

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Doch der Ruhm barg auch seine Schattenseiten. Amy Winehouse musste mehrmals in die Entziehungskur, die sie aber immer wieder abbrach. Ihre Fans machten sich ernsthafte Sorgen um ihr Idol, als die Sängerin bei einem Konzert in Brasilien im Januar 2011 offenbar volltrunken auf die Bühne kam und beim Versuch einer Tanz-Pirouette hinfiel. Richtig schlimm wurde es dann im Juni in Belgrad, als sie orientierungslos über die Bühne torkelte, ihre Einsätze verpasste und die Texte ihrer Songs vergessen hatte.
 
Immer wieder habe Amy Winehouse versucht, vom Alkohol loszukommen. «Sie trank einen Tag und dann drei Wochen nicht», sagt ihr Vater. Am 23. Juli 2011 war der eine Tag. (dpa/blan)

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