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Mittwoch, 4. Juli 2012, 14:11 Uhr
Die Auskünfte vom Osloer Hof zum 75. Geburtstag von Königin Sonja fallen denkbar knapp aus: «Es gibt nur private Feiern, dazu sagen wir nichts.» Auch die Frage nach den Plänen der Jubilarin für die bevorstehenden Sommerferien mit ihrem viereinhalb Monate älteren Ehemann, König Harald, scheint unpassend zu sein: «Privatsache, dazu sagen wir nichts.»
Der Liebeshochzeit zum Trotz – unter König Harald und Königin Sonja erlitt die Monarchie in Norwegen einen Popularitätsschwund. zVg/ Royal Court
Frohe Feststimmung klingt anders. Vielleicht ist sie schon «aufgebraucht» worden bei den offiziellen Feiern zum 75. Geburtstag von Königin und König, die sie beide Ende Mai, also irgendwo in der Mitte zwischen beiden Geburtstagen, zusammengelegt hatten. Mit Festkonzert und Winken vom Schlossbalkon, wie es sich gehört für Royals.
Mit dabei waren auch die fünf Enkel, die Kronprinz Haakon und Prinzessin Märtha Louise dem norwegischen Königspaar beschert haben. Die Grossmutter-Rolle hebt Sonja in Interviews immer wieder als grösste Freude des Alters heraus mit Sätzen wie: «Darin gehe ich sehr auf.»
Als sie vor 44 Jahren Harald das Ja-Wort gab und sich von der Bürgerstochter Sonja Haraldsen in Prinzessin Sonja verwandelte, dürfte ihr Verhältnis zur Königsfamilie gespalten gewesen sein. Haralds Vater, der im Volk überragend populäre König Olav V. (1903-1991), hatte sich neun Jahre lang erbittert gegen die Liebeswahl seines Sohnes gesperrt. Er wollte eine «echte Blaublütige» als royale Schwiegertochter.
Familienfoto von Weihnachten 2006: Königin Sonja und König Harald mit ihren Kindern Märtha Luise und Haakon und deren Kindern. Reuters
«Natürlich habe ich mich unerwünscht gefühlt. Das tat sehr weh», sagte Sonja dazu in einem TV-Interview. Die ganz grosse Sympathiewelle
allerdings blieb aus, nachdem die Liebe hier über Statusdenken gesiegt hatte. Zusammen mit dem farblosen Ehemann stand Königin Sonja nach Olavs Tod für einen deutlichen Popularitätsschwund der norwegischen Monarchie.
Das änderte sich erst wieder, als Kronprinz Haakon zusammen mit seiner ebenfalls aus einer Bürgerfamilie stammenden Ehefrau Mette-Marit frischen Schwung, Modernität und viel mehr Offenheit ins Osloer Schlossleben brachte. Im Windschatten dieser Umstellung hat sich Königin Sonja relativ problemfrei diversen Neigungen und Interessen widmen können. Die Königin beschäftigt sich viel mit bildender Kunst und wandert ausgesprochen gern in der norwegischen Berglandschaft. Als enge Freundin begleitet sie dabei immer wieder die dänische Königin Margrethe. (dpa/donm)