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Mittwoch, 27. Juni 2012, 14:44 Uhr, Aktualisiert 19:37 Uhr
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Rückblick auf Walo Lüönds Leben (g&g vom 27.6.2012)
Die Stadt Zug bestätigte den Tod Lüönds am Mittwoch. Der Wahltessiner starb bereits am Sonntag im Spital von Locarno im Kreise seiner Familie. Die Beerdigung fand bereits diesen Dienstag im engsten Familienkreis in Untersiggenthal AG statt, wie seine Familie mitteilte. Seine Angehörigen sagten auch, Walo Lüönds Tod sei unerwartet gekommen.
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Walo National nannte man ihn. Walo Lüönd spielte oft die schwierigen Figuren auf Bühne und Leinwand. Keystone
Walo Lüönd arbeitete im Theater, für Film und Fernsehen. Seine erste Rolle bekam er für den Fernseh-Film «Venus im Licht». Berühmt wurde er dann aber vor allem in der Figur des Berner Stadtoriginals «Dällebach Kari» und als griesgrämiger «Schweizermacher» an der Seite von Emil Steinberger. 1973 wurde Walo Lüönd mit dem Zürcher Filmpreis ausgezeichnet, im Jahr 2003 erhielt er den Ehren-Prix Walo für sein Lebenswerk.
Seine Schauspielkarriere wurde Walo Lüönd quasi in die Wiege gelegt, zumal schon sein Vater, ein Konditor, im lokalen Laientheater eine bekannte Grösse war. Walo Lüönd organisierte schon als kleines Kind Zirkus-Freiluftaufführungen im Hinterhof.
Mit seiner Ehefrau Eva-Maria Bendig war «Walo National» über 50 Jahre lang verheiratet. Die beiden lebten abwechselnd im Engadin und im Tessin. Nach einem längeren Spitalaufenthalt im Jahr 2011 kauften sich Walo Lüönd und seine Frau eine Wohnung in einer Alterssiedlung in Losone (TI). Die beiden lebten aber weiterhin auch in ihrem Rustico im Maggiatal. Ein schwerer Schicksalsschlag war der Tod des gemeinsamen Sohnes. Daniel Lüönd beging im Alter von 30 Jahren Selbstmord.
Walo Lüönd stand bis ins hohe Alter vor der Kamera und spielte in diversen Serien und Filmen im In- und Ausland. Seine letzte Rolle hatte er 2010 in der Romanverfilmung «Der grosse Kater» neben Bruno Ganz. Dabei sei Walo Lüönd sehr zurückhaltend aufgetreten, sagt Bruno Ganz gegenüber SRF (siehe Video unten): «Er war ein völlig anderer Mensch als früher: zart und im Hintergrund.» (sda/blan/cahk)
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Rolf Lyssy, Andrea Zogg und Bruno Ganz über Walo Lüönd
«Es war eine Freude mit Walo Lüönd zu arbeiten», sagt Regisseur Rolf Lyssy gegenüber SRF. Seine grosse Qualität sei gewesen, immer auch sich selber in eine Figur einzubringen. Dies habe ihn so glaubwürdig gemacht.
Walo Lüönd werde im Kulturinventar der Schweiz fehlen, sagte Emil Steinberger über seinen verstorbenen Kollegen, mit dem er 1978 zusammen für «Die Schweizermacher» vor der Kamera stand. Walo Lüönd sei ein grossartiger Schauspieler gewesen, sowohl vor der Kamera als auch auf der Bühne. Nur schon die Stimme sei einzigartig gewesen: «Vom ersten Wort an sofort erkennbar.» Mit ihm zu drehen, sei ein Erlebnis gewesen.
Ivo Kummer, der Chef der Sektion Film beim Bundesamt für Kultur (BAK), würdigte Lüönd als «einen der markantesten Köpfe des Schweizer Filmschaffens überhaupt.» Im Vergleich etwa zu Bruno Ganz sei Lüönd bisweilen unterschätzt und lediglich in der Kategorie Volksschauspieler beachtet worden, sagte Kummer. (sda/blan/cahk)
Mehr zum Leben von Walo Lüönd sehen Sie in glanz & gloria vom 27. Juni 2012.
SF 1 zeigt zu Ehren von Walo Lüönd folgende Filme:
Sa, 30. Juni, 21:55 Uhr, «Die Schweizermacher»
Mi, 4. Juli, 13:25 Uhr, «Dälebach Kari»