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Sonntag, 3. Juni 2012, 19:26 Uhr
Anton Mosimann: Am Dienstag bekocht er die Königin und rund 700 Gäste in der Westminster Hall. SRF
Gemeinsam mit seiner Ehefrau empfängt Mosimann die Mitglieder seines Restaurant-Clubs zum Jubiläumsanlass in London direkt an der Themse. Er umarmt einen Mann, der stolz eine Krawatte mit dem Union Jack trägt. Rund 200 Personen folgten seiner Einladung. Die Queen ist an diesem Sonntag nicht unter den Gästen; diese sitzen in der ersten Logenreihe am Fluss, um Elisabeth II. zu sehen, wenn sie auf ihrer Barkasse «Spirit of Chartwell» vorbeifährt. Doch die Königin kennt die Künste von Mosimann sehr gut.
Die Queen weiss, was in der Schweiz geschiehtAnton Mosimann
«Sie liebt eine einfache, leichte und ehrliche Küche», verrät Mosimann – beispielsweise geräucherten Lachs mit grünen Spargeln, wie er heute auf dem Menuplan steht. Elisabeth II. sei «charmant und immer gut gelaunt», sagt der Spitzenkoch. Auch sei sie sehr neugierig: «Sie weiss, was in der Schweiz geschieht.» Und sie mag besonders die Schweizer Schokolade.
«Sie mag besonders Schweizer Schoggi»: Anton Mosimann mit der Queen. SRF/zVg
Vor einigen Wochen war Mosimann verantwortlich für das offizielle Jubiläumsessen, an dem Königsfamilien aus der ganzen Welt teilnahmen – «eine aussergewöhnliche Gelegenheit», sagt er. Und der Jubiläumsstress ist noch nicht zu Ende: Am Dienstag bekocht er die Königin und rund 700 Gäste in der Westminster Hall. Für seine Verdienste war Mosimann 2004 von der Königin sogar mit dem «Order of the Britisch Empire» (OBE) ausgezeichnet worden. «Es war speziell», erinnert er sich: «Ein kleiner Schweizer, der Karriere machte.»
Der Koch hat die Schweiz aber nicht vergessen. Er kommt für Projekte immer wieder in die Heimat zurück, oder um sich in seinem Appartement in Montreux VD zu erholen. «Einmal Schweiz, immer Schweiz – ebenso wie: einmal Koch, immer Koch», sagt Mosimann, der fast auf der ganzen Welt gearbeitet hat. Für Anton Mosimann, noch voller Energie, steht es ausser Frage, die Füsse hochzulegen. «Ich werde nie aufhören», sagt er, bevor er gemeinsam mit seinen Gästen aus Japan und den USA die Vorbeifahrt der Königin anschauen geht. (sda/cahk)