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Dienstag, 28. Februar 2012, 10:52 Uhr, Aktualisiert 14:24 Uhr
Hazy Osterwald hat am Sonntag seinen langjährigen Kampf gegen die Parkinson-Krankheit verloren. Neun Tage nach seinem 90. Geburtstag, zuhause in Luzern, im Beisein seiner Frau Eleonore, so sein langjähriger Freund Bruno Swoboda zu Blick.ch. Das städtische Bestattungsamt bestätigte am Dienstag die Todesmeldung.
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Eine Hommage an Hazy Osterwald
«Mister Kriminal-Tango» Hazy Osterwald wurde am 18. Februar 90 Jahre alt. Der legendäre Bandleader und einstige Weltstar feierte in kleinem Kreis zu Hause – eine geplante Party wurde abgesagt, nachdem sich seine Parkinson-Krankheit nach einer Infektion verschlimmerte.
«Eine blöde Krankheit, die aber in keiner Hinsicht wehtut», verlautete Osterwald, als vor zehn Jahren Parkinson bei ihm diagnostiziert wurde – und ging damals als über 80-Jähriger weiterhin auf Tournée mit Formationen wie «Entertainers» und «King of Swing Orchestra». Erst als er der Krankheit wegen nicht mehr lange stehen konnte, ging Osterwald in Rente.
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Hazy Osterwald wollte eigentlich Fussballer werden. Doch nachdem seine Mitschüler den damals 17-Jährigen dazu gedrängt hatten, die Leitung des Schulorchesters zu übernehmen, schlug er eine Musikkarriere ein. Keystone
Dass der am 18. Februar 1922 als Rolf Erich Osterwalder in Bern geborene «Hazy» einst eine weltweit bekannte Musik-Legende werden würde, schien zunächst unwahrscheinlich. Die Bemühungen eines Fräulein Piehl, dem Primarschüler mittels Klavierunterricht Freude an der Musik zu vermitteln, wurden nach drei Jahren mangels Erfolg eingestellt. Der Junge wollte lieber Fussballer werden wie sein Vater, der Nationalspieler Adolf «Häsi» Osterwalder.
Der Musik-Knoten ging spät auf, aber dann blitzschnell. Nachdem er ein kleines Orchester hatte Jazz spielen hören, wollte er unbedingt aufgenommen werden. Sein Klavierspiel sei ungenügend, wurde ihm beschieden. Also absolvierte er ein viermonatiges Intensivtraining und bestand das zweite Casting. Ein Jahr später leitete er das Schul-Orchester. Da Pianisten meist im Hintergrund agieren, kaufte er sich für 20 Franken eine Occasions-Trompete, brachte sich das Spielen bei und nahm am Konservatorium Unterricht in Komposition und Theorie.
Noch vor der Matura schrieb er Arangements für den berühmten Fred Böhler und spielte in Vorstand-Bands – mit einem angeklebten Schnauz, weil Erwerbsarbeit für Schüler verboten war. Gleich nach der Matura stieg er bei Fred Böhler ein, ab 1942 unter dem Künstlernamen Hazy Osterwald.
1944 hatte Hazys eigene achtköpfige Band in Bern ihren ersten Auftritt. Eine zur Big Band erweiterte Formation war den Veranstaltern zu teuer, also wurde 1949 das legendäre «Hazy-Osterwald-Sextett» gegründet. Dem Zeitgeist immer einen Schritt voraus, wurde Osterwald zum eigentlichen Pionier der modernen Musik-Shows.
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Auftritte von Hazy Osterwald und seinem Sextett
Es folgten Engagements in Skandinavien und Grossbritannien, 15 deutsche Fernsehfilme, Dauergastrecht im deutschen Schaugeschäft, ausverkaufte Gastspiele im Pariser «Olympia», 900'000 verkaufte «Kriminal-Tango»s. Der Welthit über Jacky Brown und Baby Miller, die in der Taverne (dunkle Gestalten! rote Laterne!) Tango tanzen, als das Licht ausgeht, ein Schuss fällt und ein Herr mit Kneifer das Zeitliche segnet, bot sich geradezu an für eine Mini-Verfilmung: So entstand einer der frühesten Videoclips der Musikgeschichte.
1960 folgte der Hit «Konjunktur Cha-Cha» und 1966 «Der Fahrstuhl nach oben ist besetzt». 1970 kam die erste US-Tournée, nun als neue Formation «Hazy Osterwald Jetset». Ein 6-monatiges Engagement in Hollywood scheiterte am Veto der US-Gewerkschaft.
An drei Olympischen Spielen war Hazys Band offizielles Olympia-Orchester: 1964 und 1976 in Innsbruck, 1972 in München. Dazu wirkte sie als Begleitorchester unter anderem für Udo Jürgens, Catarina Valente, Gilbert Bécaud oder Sacha Distel.
In den frühen 80er Jahre musste Osterwald Rückschläge hinnehmen: Seine Nachtklubkette «Hazyland» rentierte schlecht, die Scheidung von seiner zweiten Frau, der Sängerin Ema Damia, kam ihn teuer zu stehen. Osterwald musste seine 60-Zimmer-Villa in Feldmeilen verkaufen und zunächst gegen eine Dauersuite im Hotel National und dann eine 7-Zimmer-Blockwohnung in Luzern eintauschen. (dpa/blan)
Zum Tod von Hazy Osterwald ändert SF 1 das Programm wie folgt: Am kommenden Samstag, 3. März 2012, zeigen wir um 13.10 Uhr eine Hommage und um 13.20 Uhr den Spielfilm «Die Hazy Osterwald Story» (HD-Fassung).