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Sinplus: Die Schweizer Eurovision-Brüder ganz privat

Montag, 19. Dezember 2011, 16:02 Uhr

Für Gabriel und Ivan Broggini aus Losone TI ist ein Künstlertraum in Erfüllung gegangen: Mit ihrer Qualifikation für den Eurovision Song Contest wurden die Sinplus-Brüder über Nacht berühmt. Dies nach jahrelangen erfolglosen Versuchen.

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Besuch bei Gabriel und Ivan Broggini von Sinplus in Losone (g&g vom 12.12.2011)

Während nun die Vorbereitung für ihren Auftritt am Eurovision Song Contest in Baku beginnt, müssen sich Gabriel und Ivan Broggini erst einmal an die neue Publicity gewöhnen. Sie haben einen regelrechten Medienmarathon von TV-Drehs über Fotosessions bis zu Radiointerviews hinter sich. Von Starallüren kann bei Ivan und Gabriel, die zum Interview am Küchentisch erst einmal Kaffee aufsetzten, dennoch keine Rede sein. Locker, bei ihnen im Einfamilienhaus, mit einem kleinen weissen Hund, der motiviert um die Beine herumspringt, erzählen die Brüder, wie es sich anfühlt, als «Kellermusiker aus Losone» plötzlich in den Mittelpunkt des Interesses zu rutschen.

Ivan Broggini
Wir haben viele Demos verschickt und meist nicht mal eine Antwort erhalten
Ivan Broggini über die Vergangenheit von Sinplus

«Mit all dem Adrenalin im Blut konnte ich nach dem Auftritt in Kreuzlingen tagelang nicht schlafen», sagt der 29-jährige Sänger Gabriel Broggini. Langsam werde es besser. Doch es beeindrucke ihn immer noch zu sehen, wie viel Feedback und Unterstützung sie plötzlich von Menschen aus der Schweiz und dem Ausland bekämen, die sie vorher gar nicht kannten. All das gebe auch eine unglaubliche Befriedigung nach jahrelangem Bemühen, fügt sein jüngerer Bruder und Gitarrist, der 25-jährige Ivan Broggini, hinzu: «Wir haben in der Vergangenheit immer wieder Hörproben an Radiosender verschickt. Meist gab es nicht einmal eine Antwort. Und jetzt sind das genau die Sender, die bei uns anrufen.»

Gabriel Broggini
Plötzlich können wir im Hallenstadion spielen – für Geld!
Gabriel Broggini über die Zukunft von Sinplus

Ganz unbekannt sind die beiden Tessiner in der Musikszene eigentlich nicht. Mit ihrer Eishockeyhymne «Shoot» zur WM 2009 traten die beiden Ambri-Fans bereits in voll besetzten Stadien auf. Der Song «Without ID» schaffte es sogar bis auf den Musikkanal Viva. «Da haben wir ausnahmsweise mal mehr verdient als wir für die Aufnahme ausgegeben hatten», sagt Gabriel. Ihre Konzerte beschränkten sich ansonsten auf lokale Events, sprich Schulfeste oder Wettbewerbe für Nachwuchsbands. Kein Wunder, dass die Aussicht auf einen möglichen Auftritt beim «Swiss Award» am 14. Januar den Adrenalinpegel wieder steigen lässt. «Plötzlich können wir im Hallenstadion Zürich spielen – und erhalten noch Geld dafür», sagt Gabriel.

Gabriel und Ivan Broggini aus Losone TI

Über Nacht berühmt geworden: die Brüder Gabriel und Ivan Broggini aus Losone TI. Keystone

 

In wirtschaftlicher Hinsicht sei die Musik bisher ein Hobby geblieben. Dennoch verfolgten beide immer schon den Traum, eines Tages von ihren Rocksongs leben zu können – trotz Jus-Studium in Luzern und im italienischen Como. Über 40 melodische Titel haben Gabriel und Ivan gemeinsam bereits komponiert und geschrieben. Zwölf davon, einschliesslich des Eurovision-Songs «Unbreakable», sind auf ihrem aktuellen Album «Disinfomation» zu hören. Ihre Band «Sinplus», die früher «InFinity» hiess, besteht seit rund neun Jahren. Davor hatte jeder noch eine eigene Band.

 Gabriel Broggini
An meinem Englisch muss ich noch feilen
Sänger Gabriel Broggini über Kritik an seinem Akzent

Die nächsten Monate bedeuten für die Brüder, sich auf das Halbfinale des Eurovision Song Contest in Baku vorzubereiten. In Endlosschleife den Teilnehmer-Song zu üben, sei aber nicht notwendig. «Den haben wir drauf», betont Gabriel. Nur an seinem Englisch müsse er feilen. Es hat öffentlich Kritik wegen seines Akzents gegeben. Eine Promo-Tour schwebe ihnen noch vor, ergänzt Ivan: «Damit uns auch das Ausland kennenlernt.» Offen sei noch, wie ihr Showakt auf der Bühne aussehen werde. Ob Gabriels hübsche Freundin, die ehemalige Miss-Schweiz-Kandidatin Lisa Panigada, wieder am Bass stehen werde, sei noch nicht klar. Fest stehe dafür, dass die Brüder aus dem Tessin nicht nach dem Motto «dabei sein ist alles» zum Eurovision Song Contest 2012 reisen werden. «Jetzt wollen wir die Show auch gewinnen», betonen Gabriel und Ivan. (sda/cahk)  

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Kommentare

1 Kommentar
 
I. Bandalo, Zürich
(IgorB Mann)
Verfasst am 22.12.2011 um 12:05 Uhr

Gewinnen?!

Nichts gegen Ambitionen, aber kennen die Jungs den Event überhaupt? Ich würde mal sagen: Ins Finale vom Samstag kommen wäre schon mal gar nicht schlecht. Alles andere wäre Beigemüse. Mal sehen, wer die Konkurrenz und wie die Startliste im Halbfinale sind. Jetzt schon mal GOOD LUCK!

2 Leser sind auch dieser Meinung.

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