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Mittwoch, 12. Oktober 2011, 14:12 Uhr
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Europe will dance with me
Nicht wenige der eingereichten Eurovision-Videos bewegen sich auf dem schmalen Grat zwischen ernsthaften Ambitionen und Lachnummer. Kunstfigur Fredy Chnorz singt «Europe Will Dance With Me», während sein Erfinder Christian Hablützel findet, es brauche endlich etwas mehr Humor am Song Contest. «Lass mich deine Waschmaschine sein», trällert die Band mit dem klingenden Namen Pizza Prostata, und Sänger Steven Götz sieht darin viel mehr als nur Unsinn: «Das ist ein Thema, das alle berührt», so Götz gegenüber glanz & gloria, «ein schweizerischeres Thema als eine Waschmaschine – gerade jetzt in der Bankenkrise – kann ich mir nicht vorstellen.»
Guten Mutes ist auch Stefan Nietlisbach, der sich unter dem Namen Carlos Santoo bewirbt: «Ich rechne mir grosse Chancen aus mit meinem Song 'Siesta Girl', weil das mal eine andere Art von Song ist.» Anders ja, aber auch besser? Und ganz profane Gründe hat der Männerchor Steili Kressä, ihr «Guetmönsche Lied» für die Teilnahme beim Eurovision Song Contest einzureichen: «Wir machen überall mit, wo wir in der Öffentlichkeit gesehen werden können», gibt Sänger Felix Briner unverblümt zu, «das ist gute Propaganda für uns und wir können vor ein breites Publikum treten.» Hans Otto von Almen schliesslich inszeniert sich, ganz dem heimatverbundenen Zeitgeist entsprechend, als Schweizer Bauerntrampel in der Grossstadt New York. Und die Homies sind der Meinung, ein handgestricktes Video und viele lustige Hüte und Brillen müssten eigentlich reichen für eine Teilnahme.
Die Grenze zwischen Kunst und Klamauk war am Eurovision Song Contest in der Tat schon immer fliessend. Und diese Schweizer Musiker setzen nun ganz auf das Motto: Lieber eine Lachnummer als eine Nullnummer. (amsb)
Während eines Monats konnten Musiker ihre Beiträge einsenden, mit denen sie um den Startplatz der Schweiz am Eurovision Song Contest 2012 kämpfen wollen. Neben vielen Newcomern und einigen schrägen Beiträgen befinden sich in diesem Jahr unter den rund 230 Liedern, die eingereicht worden sind, auffallend viele bekannte Namen.
Das Finale des Eurovision Song Contest findet nächstes Jahr in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku statt. Der Weg dorthin führt in der Schweiz über ein öffentliches Internetvoting und eine TV-Show, in der das Publikum bestimmt. Das erste Voting startet am 16. Oktober 2011. (cahk)
Mehr zu den schrägen Vögeln sehen Sie in glanz & gloria vom 12. Oktober 2011.