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Modeschöpfer Galliano wegen Nazi-Parolen verurteilt

Donnerstag, 8. September 2011, 14:04 Uhr

Der britische Modeschöpfer John Galliano ist wegen rassistischer Pöbeleien zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro auf Bewährung verurteilt worden.

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John Galliano

Zur Urteilsverkündung erschien er nicht, trotzdem wurde John Galliano am Donnerstag in Paris ziemlich niedergeschlagen abgelichtet. Keystone

«Dreckiges Judengesicht», «Leute wie Sie sollten tot sein» und «I love Hitler»: Mit wenigen Sätzen ruinierte der britische Modeschöpfer John Galliano im vergangenen Winter seinen Ruf und seine Karriere. Am Donnerstag wurde ihm deswegen der Prozess gemacht – und das Urteil ist gefallen. Ein Pariser Strafgericht sah es als erwiesen an, dass John Galliano Besucher einer Bar mit rassistischen Worten beschimpfte. Der 50-Jährige ist deswegen zu einer Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro auf Bewährung verurteilt worden.

Bei der Urteilsverkündung am Donnerstag liess sich Galliano von seinem Anwalt vertreten. Er wolle die Konfrontation mit der Presse vermeiden, richtete er dem Gericht aus. Sein Verteider Aurélien Hamelle sagte nach der Urteilsverkündung, Galliano wolle nun in die Zukunft schauen und hoffe auf Vergebung und Verständnis.

In der Verhandlung vor den Sommerferien hatte die Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe in Höhe von mindestens 10'000 Euro gefordert. Galliano verwies derweil auf seine schweren Suchtprobleme und kann sich nach eigenen Angaben an nichts erinnern.

Zweite Chance für Galliano?

Die Modebrache muss jetzt entscheiden, ob sie ihrem tief gefallenen Star eine zweite Chance gibt. «Ich hoffe, dass er irgendwann zurückkehrt», sagte Galliano-Anwalt Aurélien Hamelle Ende Juni. Wegen seiner Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit lässt sich Galliano nach eigenen Worten behandeln.

Bei seinem Arbeitgeber ist Galliano allerdings schon länger unten durch: Dior hatte seinen Star bereits im März gefeuert. In den vergangenen Monaten gab es aber auch unerwartete Unterstützung für den exentrischen Briten. Supermodel Kate Moss trug zu ihrer Hochzeit ein Galliano-Kleid. Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs nannte den Modeschöpfer einen «grossen Künstler» und sagte: «Die Aufmerksamkeit, die heute manchen Marken und damit deren kreativen Köpfen zuteilwird, ist enorm gestiegen. Nicht alle kommen im gleichen Masse damit klar.» Und Designerkollege Jean-Paul Gaultier meint: «Alles, was er bislang geleistet hat, zeigt, dass er kein Rassist ist.» (dpa/blan)

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