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Freitag, 3. Juni 2011, 15:45 Uhr
Das schwedische Volk steht hinter der Monarchie – wenn auch nicht unbedingt hinter seinem König Carl Gustaf. Reuters
Wie die Zeitung «Svenska Dagbladet» berichtete, sprachen sich bei einer Umfrage des schwedischen Marktforschungsinstituts Sifo 72 Prozent für die Beibehaltung des Königshauses aus. 20 Prozent waren für die Abschaffung und 8 Prozent unentschieden. An der am Freitag veröffentlichten Studie nahmen 1500 Befragte teil.
Damit sei die Unterstützung der Monarchie seit den 1970er Jahren konstant, so Sifo-Sprecher Toivo Sjörén – ungeachtet also der Eskapaden des schwedischen Königs. Allerdings schlug das Meinungs-Barometer bei jenen 500 Befragten leicht ins Minus aus, die kurz nach dem jüngsten Interview des Königs antworteten.
Ich bin weder in Stripbars gewesen, noch gibt es verfängliche FotosKönig Carl Gustaf
In dem Interview hatte König Carl Gustaf die Vorwürfe wegen angeblicher Besuche in Stripbars und Kontakten ins Rotlicht-Milieu zurückgewiesen. Seine Aussagen wurden in der Öffentlichkeit allerdings durchweg als wenig überzeugend eingestuft. Carl Gustaf schloss unter anderem die Existenz «verfänglicher» Fotos aus. Der frühere Nachtclubbetreiber Mille Markovic reagierte mit der Ankündigung, solche Bilder schon bald gegen Bezahlung im Internet zu veröffentlichen. (dpa/blan)
Grosse Empörung löste im November 2010 ein Skandalbuch aus, das behauptet, der König trage eine Maske der Doppelmoral. Das Buch «Der widerwillige König» («Den motvillige monarken») von Thomas Sjöberg ist ein Tabubruch. Erstmals werden private Vergnügungen des Königs beschrieben: ausschweifende Feste, Besuche in zwielichtigen Nachtklubs sowie eine Affäre mit einer Popsängerin, von dieser freimütig bestätigt. König Carl Gustaf äussert sich nur nebulös: Die beschriebenen Vorgänge lägen lange zurück, seine Familie und er hätten «das Kapitel abgeschlossen». (cahk/schf )