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Donnerstag, 24. Februar 2011, 13:39 Uhr
Alfred Hitchcock brachte es auf den Punkt, als er 1968 einen Ehren-Oscar in Empfang nahm. Unter lautem Applaus trat der Regisseur auf die Bühne, er bedankte sich mit zwei Worten: «Thank You». Als er nach einer kleinen Pause noch «Ich danke Ihnen vielmals» hinterherschob, war das Mikrofon schon abgestellt.
Florian Henckel: Trotz enormem Zeitdruck zeigte der deutsche Regisseur bei seiner Dankesrede ganz viel Gefühl. Reuters
Dass die Redezeit für Dankesreden beschränkt ist (siehe Kasten unten), bekam auch der deutsche Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck zu spüren, als er 2007 mit «Das Leben der Anderen» den Oscar holte. Seine Zeit war um, als er gerade seiner Frau danken wollte. Gegen die einsetzende Musik dröhnte er an, er müsse noch eines sagen: «Christiane, I love you!»
Mit Tränen in den Augen und nahezu fassungslos rang Halle Berry 2002 nach Worten, nachdem sie als erste Schwarze in der Oscar-Geschichte den Preis für die beste Hauptdarstellerin («Monster's Ball») bekam. Als sie die Redezeit überschritt, rief Berry in den Saal: «74 Jahre hat es gedauert, jetzt nehme ich mir einfach die Zeit».
Zwei Frauen, viele Emotionen: Halle Berry und Gwyneth Paltrow brachen während ihrer Dankesreden beide in Tränen aus. Reuters
Eine heulende Gwyneth Paltrow brauchte 1999 ganze 2 Minuten und 40 Sekunden, um unzähligen Kollegen und Verwandten für ihren «Shakespeare in Love»-Oscar zu danken. «Jerry Maguire»-Star Cuba Gooding Jr. brachte 1997 alle zum Lachen, als er vierzehn Mal «I love you!» und jede Menge Luftsprünge in seine Jubelrede packte.
Dokumentarfilmer Michael Moore («Bowling for Columbine») nutzte seine 45 Sekunden im Jahr 2003 für harsche Kritik am Irakkrieg und dem damaligen US-Präsidenten: «Wir sind gegen diesen Krieg, George Bush! Schande über Sie, Mr. Bush! Ihre Zeit ist abgelaufen!». Neben Beifall erschollen lautstarke Buhrufe im Saal.
Knutschalarm! Adrien Brody verküsst Halle Berry vor lauter Freude über seinen Oscar. Reuters
Adrien Brody machte Oscar-Geschichte mit seinem stürmischen Kuss, mit dem er Halle Berry fast zu Boden warf, als sie dem überglücklichen Brody die Trophäe überreichte. Gänzlich ohne Worte drückte dieser Moment alles aus. (dpa/blan)
Die längste Oscar-Rede leistete sich die britische Schauspielerin Greer Garson im Jahr 1943. Mit der Trophäe für ihre Hauptrolle in dem Kriegsdrama «Mrs. Miniver» in der Hand, war sie fünfeinhalb Minuten lang nicht zu bremsen. Danach führte die Oscar-Akademie erstmals ein Zeitlimit ein. Heute sind es 45 Sekunden. Das wurde den Oscar-Anwärtern Anfang Februar beim traditionellen Lunch-Empfang noch einmal eingebläut. Ja keine langen Namenslisten herunterrasseln und erst recht keinen Spickzettel aus dem Smoking oder Dekolleté ziehen. Wer auf der Bühne steht, sieht eine Countdown-Uhr, die 45 Sekunden lang läuft. Dann wird die Musik hochgefahren, bis der Redner verstummt.
Alles rund um die grosse Oscar-Verleihung am 27. Februar 2011 sowie die Liste aller Nominierten finden Sie in unserem Oscar-Special .