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Montag, 27. Dezember 2010, 8:05 Uhr
Schweden erlebt im Jahr 2010 ein Auf und Ab wie bei einer Achterbahnfahrt: Zwei Monate vor Prinzessin Victorias Hochzeit trennt sich ihre Schwester, Prinzessin Madeleine, nach achtjähriger Beziehung von ihrem offenbar untreuen Verlobten Jonas Bergström.
Ein unschönes Ende eines bildhübschen Paares: Prinzessin Madeleine und Jonas Bergström bei ihrer Verlobung im August 2009. Reuters
Eine norwegische Handballspielerin hat enthüllt, sie habe mit dem Anwalt eine Affäre gehabt. Madeleine entflieht dem Wirbel mit einer Reise in die USA und taucht zur Hochzeit ihrer Schwester wieder auf.
Bei der Traumhochzeit in Stockholm am 19. Juni fliessen viele Tränen der Rührung: Am 34. Hochzeitstag ihrer Eltern tritt Victoria mit ihrem ehemaligen Fitnesstrainer Daniel Westling vor den Traualtar.
Stolz präsentiert Prinzessin Victoria von Schweden bei der offiziellen Verkündung ihrer kommenden Hochzeit mit Prinz Daniel ihren Verlobungsring. Reuters
Nach einer romantischen Bootsfahrt wendet sich die Kronprinzessin vom Balkon des Stadtschlosses aus an ihre begeisterten Landsleute und dankt ihnen: «Ihr habt mir einen Prinzen geschenkt!»
Grosse Empörung löst dagegen im November ein Skandalbuch aus, das behauptet, der König trage eine Maske der Doppelmoral. Das Buch ist ein Tabubruch. Erstmals werden private Vergnügungen des Königs beschrieben: ausschweifende Feste, Besuche in zwielichtigen Nachtklubs sowie eine Affäre mit einer Popsängerin, von dieser freimütig bestätigt. Dagegen äussert sich Carl Gustaf nur nebulös: Die beschriebenen Vorgänge lägen lange zurück, seine Familie und er hätten «das Kapitel abgeschlossen».
Bei der Hochzeitsfeier im Juni ist von dem drohenden Skandal noch nichts zu spüren, aber die Finanzkrise dämpft die Feierfreude des Volks und erinnert die Bürger daran, dass sie die Zeche mitbezahlen: die Hälfte der umgerechnet 3,2 Millionen Franken für die Hochzeitsfeierlichkeiten. Das Königshaus verweist darauf, dass diese über den Tourismus und den Souvenirverkauf viel Geld einbringen werde.
Sparsamkeit ist indessen nicht der Grund, warum Prinz William seiner Langzeitfreundin Kate Middleton zum Heiratsantrag im November ausgerechnet den Ring schenkt, den sein Vater, Prinz Charles, 1981 der 19-jährigen Lady Diana Spencer zur Verlobung gab. Wie man heute weiss, war die Brautwahl des Erstgeborenen der Queen mehr der Pflicht geschuldet als reiner Liebe.
Gut zu sehen auf dem offiziellen Verlobungsfoto von Prinz William und Kate Middleton: Dianas Verlobungsring, der jetzt an Kates Finger scheint. Getty Images/Mario Testino
Die Zeiten haben sich geändert. So lautete Charles' Kommentar zur Verlobung seines ältesten Sohns: «Sie haben lange genug geübt.» Eine Anspielung auf ihre schon neun Jahre dauernde Beziehung.
Die Vermählung ist für den 29. April 2011 in der Londoner Westminister Abbey geplant und wird zweifellos die Hochzeit des nächsten Jahres. Und wieder wird ein Märchen wahr: Ein einfaches Mädchen aus dem Volk wird Anwärterin auf den Titel der Königin. Kate (eigentlich Catherine) Middleton ist Tochter eines früheren Piloten und einer ehemaligen Stewardess, die mit einem Versand für Kinderparty-Artikel zu Millionären geworden sind. Die Hoffnungsträger des Königshauses beflügeln die Wunschträume im Volk, dass nicht Charles, sondern William der nächste König wird.
Die Gegner der Monarchie jedenfalls bleiben eine kleine Minderheit, auch wenn die Königsfamilie die Steuerzahler viel Geld kostet: 2009 rund 38 Millionen Pfund (56 Millionen Franken), etwa drei Millionen Pfund weniger als 2008. Die Königin erhielt davon umgerechnet 12 Millionen Franken, zusätzlich machte sie fast 10 Millionen Franken aus Reserven locker.
Sparen ist auch im spanischen Königshaus angesagt: Der Etat 2010 wird auf knapp 11,3 Millionen Franken eingefroren und das Budget 2011 wird gekürzt. Die Staatsbediensteten müssen Gehaltskürzungen um 15 Prozent hinnehmen. König Juan Carlos hat Glück im Unglück: Dem 72-jährigen starken Raucher wird im Mai in Barcelona eine Wucherung aus der Lunge entfernt, die sich als gutartig erweist.
Mit einer besonderen Art der Geldbeschaffung macht die geschiedene Frau des britischen Prinzen Andrew Schlagzeilen: Sarah Ferguson bot dem als Geschäftsmann getarnten Journalisten Mazher Mahmood für umgerechnet 720'000 Franken die Vermittlung von Geschäftskontakten zu Andrew an. Angesichts von Videoaufnahmen des Treffens räumt die Herzogin von York dies ein. Sie sei in finanziellen Schwierigkeiten, dies sei aber keine Entschuldigung für ihr schweres Fehlverhalten. Um Prinz Andrew ranken wiederum Gerüchte, er habe eine Liaison mit einer schwerreichen Frau aus der Ukraine. Zu allem Übel fährt er im Februar einen Polizisten mit seinem Geländewagen an.
In Monaco herrscht derweil Vorfreude auf die Fürstenhochzeit am 2. und 3. Juli 2011. Vier Tage vor Bekanntgabe seiner Verlobung nimmt Fürst Albert seine Freundin Charlene Wittstock mit zur Hochzeit von Prinzessin Victoria und verstösst damit gegen das Protokoll.
Prinz Albert und seine Verlobte Charlene Wittstock beim Nationalfeiertag in Monaco am 19. November 2010. Reuters
Die ehemalige Schwimmerin lebt seit 2006 im Fürstenpalast und wird als «neue Gracia Patricia» bezeichnet.
Bei offiziellen Anlässen des Fürstenhauses wird der Ehemann von Prinzessin Caroline, Ernst August Prinz von Hannover, nicht mehr gesehen. Eine deutsche Illustrierte zeigt Bilder, auf denen Ernst August in Thailand mit einer anderen schmust. Zu Trennungsgerüchten äussert sich das Fürstenhaus nicht. Das Paar hatte auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit geheiratet, am 23. Januar 1999, dem 42. Geburtstag Carolines. (ap/cahk)