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Von Florina Schwander
Mittwoch, 22. September 2010, 16:32 Uhr
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Mit Miss Schweiz auf Zeitreise
Nur gut aussehen und nichts dahinter – mit diesem Vorurteil hatten die Schweizer Schönheitsköniginnen schon immer zu kämpfen. Was allerdings wenig bekannt ist: Ab den 70er-Jahren diente die Wahl einem wohltätigen Zweck. Als das Zürcher Ehepaar Annemarie und Josef Moser-Murbach die offizielle Miss-Schweiz-Organisation im Jahr 1976 gegründet hatte, arbeiteten die beiden eng mit der Miss-World-Organisation zusammen. Das Credo dieses internationalen Schönheitswettbewerbs lautete «Beauty with a Purpose» (Schönheit für einen guten Zweck). Die amtierenden Missen setzten ihre Popularität vor allem für Hilfsaktionen ein und ein Grossteil der Einnahmen der Wahl wurde gespendet.
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«Die Miss Schweiz hat ein gutes Herz.» Jeannette Keller, Miss Schweiz 1976, versteigerte bei der Miss-World-Wahl ein Alphorn. Das Geld, 2800 Franken für das Horn, ging an herzkranke Kinder. ZvG Annemarie Moser-Murbach
Seit der Übernahme im Jahr 1993 der Miss-Schweiz-Organisation von Filmproduzent Christoph Locher und einer Minderheitsbeteiligung von Ex-Miss Karina Berger hat sich die Veranstaltung wieder einer eher kommerziellen Ausrichtung zugewandt. Die heutigen Missen setzen sich zwar nach wie vor auch für karitative Zwecke ein, die Wohltätigkeit der Schweizer Schönheitsköniginnen steht allerdings nicht mehr im Vordergrund.
Melanie Winiger, Tanja Gutmann, Karina Berger, Sonja Grandjean und Anita Buri, v.l.n.r. Keystone
Geballte Schönheit, das sind die bisherigen Missen der Schweiz: von Stéphanie Berger bis Linda Fäh.
Blond, gross und jung? Das allein reicht nicht, um sich als Miss-Schweiz-Kandidatin zu bewerben. Heute sind die Angaben relativ klar: «Sie sind Schweizerin. Ledig, nicht geschieden und haben kein Kind. Ihr Alter liegt zwischen 17 und 25 Jahren. Sie sind mindestens 168 cm gross. Sie erklären sich mit dem Auswahlverfahren der Miss Schweiz Organisation einverstanden – eine Einspruchsmöglichkeit besteht nicht.» (www.missschweiz.ch )
Früher waren die Vorgaben noch etwas ausführlicher, es sollte nicht sein, dass die Missen «nur ein hübsches Gesicht und eine perfekte Figur» haben.
Miss heisst doch nicht Schönste, sondern Fräulein – und es genügt nicht, dass dieses Fräulein nur ein hübsches Gesicht und eine perfekte Figur hat. Ein wahre Miss muss vielseitig sein. Gefragt ist Herzensbildung, einwandfreier Charakter, Eleganz, Ausstrahlung, gute Umgangsformen, Bildung, soziales Verständnis, Anpassungsfähigkeit und Sprachkenntnisse.Auszug aus dem Programmheft für die Miss-Schweiz-Wahl 1992/93
Heute sollten die Anwärterinnen auf den Titel der schönsten Schweizerin allerdings auch unverlangterweise eine gewisse Fähigkeit im Umgang mit der Öffentlichkeit mitbringen. Als Miss Schweiz stehen sie nicht nur während ihres Amtsjahres im Rampenlicht, sondern interessieren die Öffentlichkeit oft auch noch Jahre nach ihrem Jahr als Miss Schweiz.
Das Amtsjahr der amtierenden Miss Schweiz, Linda Fäh, neigt sich dem Ende zu. Am Samstag, den 25. September 2010, wird die Nachfolgerin der blonden St. Gallerin gewählt: Das sind die neuen Miss-Schweiz-Kandidatinnen.
Die zwölf aktuellen Miss-Schweiz-Kandidatinnen 2010. Keystone
Anstrengend, erfahrungsreich und vor allem lukrativ wird das Amtsjahr der nächsten Miss Schweiz auf jeden Fall. Linda Fäh hat nach eigenen Angaben rund 480'000 Franken verdient. Nur Christa Rigozzi war als Miss noch erfolgreicher, die frisch verheiratete Tessinerin verdiente in ihrem Titeljahr eine halbe Million Franken.
Renault 19 Cabrio
Barpreis 1000.-
Vier Wochen Gratis-Aufenthalt in Lost-City in einem 1.-Klasse-Hotel
Küchen-Pfannen-Set für wasserloses Kochen im Wert von 3500.-
Ein exklusives Badekleid «Gottex» im Wert von 190.-
Gutschein für eine komplette Tennisausrüstung
(Auszug aus dem Programmheft Miss Schweiz 1993)
Lancia Delta Argento
Uhr von Balmain im Wert von 1595.-
Repräsentationsvertrag von Beldona im Wert von 15'000.-
Einkleidung von H&M während des Amtsjahres
Repräsentationsvertrag für Léger-Produkte im Wert von 40'000.-
Modelvertrag für Vögele Shoes im Wert von 25'000.-
Zahnbehandlung im Wert von 2000.-
Ein Jahr lang Coiffeurbesuche im Wert von 3000.-
(Geschenke für die Schweiz, www.missschweiz.ch )
Die Jury für die Miss-Schweiz-Wahl 2010 setzt sich unter anderem zusammen aus Model Sarina Arnold, Ex-Miss Christa Rigozzi und Moderator Sascha Ruefer. glanz & gloria berichtet durchgehend über den Wahlabend im Miss-Schweiz-Special.
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