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Jörg Kachelmann in Haft: Anwalt greift Opfer an

Mittwoch, 30. Juni 2010, 7:40 Uhr, Aktualisiert 08:58 Uhr

Neue Runde im Streit über die Kachelmann-Haft: Der für Freitag angesetzte Haftprüfungstermin für den Fernsehmoderator Jörg Kachelmann fällt aus. Sein Anwalt spricht davon, dass Kachelmann absichtlich falsch belastet werde.

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Der Haftprüfungstermin fällt wegen einer Haftbeschwerde beim Oberlandesgericht Karlsruhe aus: Jörg Kachelmanns Anwalt hat dort Beschwerde gegen die Fortdauer der Haft eingelegt. Dafür sei der Antrag beim Landgericht Mannheim zurückgezogen worden.

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Georg Birkenstock (im Vordergrund) und Jörg Kachelmann in Mannheim. Reuters

Kachelmann wird verdächtigt, seine Freundin vergewaltigt und verletzt zu haben und sitzt seit 20. März in Untersuchungshaft in Mannheim. Kachelmanns Rechtsanwalt Georg Birkenstock erklärte, er sehe den Freiheitsanspruch seines Mandanten auf skandalöse Weise missachtet. Die Verteidigung «habe dringenden Anlass zu der Befürchtung, die Mannheimer Justiz schütze durch die Aufrechterhaltung des Haftbefehls gegen Herrn Kachelmann die Täterin einer Falschbeschuldigung».

Kachelmanns Anwalt: Vergewaltigung kann nicht wahr sein

Anwalt Birkenstock stützt sich bei der Beschwerde auf mehrere Gutachten. So habe eine psychologische Sachverständige festgestellt, dass an der Aussage der Freundin gegen Kachelmann massive Zweifel bestünden. Eine absichtliche Falschbelastung sei wahrscheinlich. Ein rechtsmedizinisches Gutachten komme ausserdem zu dem Ergebnis, dass die angebliche Vergewaltigung nicht stattgefunden haben könne und erfunden sein müsse.

Jörg Kachelmann befindet sich seit drei Monaten in Untersuchutngshaft in Mannheim.

Jörg Kachelmann befindet sich seit drei Monaten in Untersuchungshaft in Mannheim. Keystone

Ursprünglich war für Freitag ein Haftprüfungstermin geplant. Nach Darstellung der Verteidigung lehnte es die Strafkammer aber ab, bei diesem Termin die Sachverständigen oder die Anzeigeerstatterin anzuhören. «Zur Aufklärung von Grund und Zustandekommen der Falschbeschuldigung der Anzeigeerstatterin kann Herr Kachelmann aus eigener Wahrnehmung nichts beitragen», schreibt Georg Birkenstock in einer Mitteilung. «Schliesslich war er nicht zugegen, als die Anzeigeerstatterin ihre Geschichte erfand», so Kachelmanns Anwalt weiter. Der Jurist zog nach eigenen Worten seinen Haftprüfungsantrag zurück, weil nur dann Beschwerde gegen die Haft eingelegt werden kann. (ap/sda/schf)

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Der Fall Kachelmann

Jörg Kachelmann ist Ende März 2010 wegen Verdachts auf Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verhaftet worden und sitzt seit 20. März in Untersuchungshaft. Er beteuert seine Unschuld. Die Ermittler werfen ihm vor, Anfang Februar seine langjährige Geliebte in deren Wohnung in Schwetzingen in Baden-Württemberg vergewaltigt und mit einem Küchenmesser am Hals verletzt zu haben. Kachelmann war im März auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen in Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden.

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