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Jacksons Leibarzt plädiert auf «Nicht schuldig»

Dienstag, 9. Februar 2010, 11:15 Uhr

Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray hat bei seiner ersten Gerichtsanhörung am Montag in Los Angeles auf nicht schuldig plädiert. Für Jacksons Familie ein Schlag ins Gesicht.

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Conrad Murray

Dr. Conrad Murray muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Keystone

Conrad Murray soll mit einer Injektion des Narkosemittels Propofol den Herzstillstand von Michael Jackson verursacht haben. Und ist deshalb jetzt wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der Mediziner habe ungesetzlich, aber ohne «bösartigen Vorsatz» gehandelt, hiess es in einer Erklärung der Distrikt-Staatsanwaltschaft der kalifornischen Metropole.

Bei der gestrigen Anhörung plädierte der Mediziner aber auf nicht schuldig. Für Jacksons Familie ein Schlag ins Gesicht. Michael Jacksons Eltern Katherine und Joe sowie seine Geschwister Tito und LaToya waren am Montag auch im Gericht erschienen.

Jacksons Familie ist enttäuscht

Jacksons Familie hatte bereits vor Tagen kritisiert, dass die Klage gegen den Arzt nur auf den relativ schwachen Straftatbestand fahrlässige Tötung lauten solle. Eine Anklage etwa wegen Totschlags würde eine schwerere Strafe nach sich ziehen.

Familienanwalt Brian Oxman meinte dazu, dass der Arzt dem Star niemals das Narkosemittel geben hätte dürfen, weil «bekannt war, dass Jackson Gefahr lief, durch solche Medikamente zu Tode gebracht zu werden».

LaToya Jackson

LaToya Jackson ist davon überzeugt, dass ihr Bruder Michael Jackson umgebracht worden ist. Keystone

Jacksons Schwester LaToya erklärte in einer Mitteilung: «Michael wurde umgebracht, und obwohl er unter Dr. Conrad Murrays Händen starb, glaube ich, dass Dr. Murray nur Teil eines grösseren Plans war». Sie wollte nicht ruhen, bis auch die «anderen Personen» zur Rechenschaft gezogen werden. Namen nannte die Sängerin nicht.

Lange Ermittlungen im Fall Jackson

Die Polizei hatte sieben Monate lang im Todesfall Jackson ermittelt. Murrays Praxen in Las Vegas und Houston wurden durchsucht. Bei der Autopsie von Jacksons Leichnam war nach Justizangaben eine «tödliche Dosis» von Propofol festgestellt worden. Das Mittel wird in der Medizin zur Narkose vor Operationen eingesetzt und soll nur im Krankenhaus verabreicht werden.

Murray gab in den Verhören stets zu, dem Star Propofol gespritzt zu haben, dies sei aber auf dessen wiederholte und ausdrückliche Aufforderung hin geschehen. Jackson litt unter schwerer Schlaflosigkeit, er nahm das gefährliche Mittel als Einschlafhilfe.

Murray kam noch am Montag nach Zahlung einer Kaution in Höhe von 75'000 Dollar auf freien Fuss. Nach Angaben seines Anwalts wollte der Arzt bis zum Prozessbeginn weiter Patienten behandeln. Die nächste Anhörung soll am 5. April 2010 in Los Angeles stattfinden. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Arzt bis zu vier Jahren Haft. (sda/macn)

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